Miese MP3s gewöhnen Hörer an miese Klangqualität

2010-03-15 // Tags:

Eine interessante Feststellung, wir Vinyl-Fans predigen es ja schon lange…

Dauerndes MP3-Hören schlägt auf die Ohren
Eingefleischte Vinylfans haben schon immer geahnt, dass mit dem MP3-Verfahren komprimierte Musik nicht so klar und echt klingt wie analoge gespeicherte Klänge. Nun kommt es noch schlimmer: Dauerndes Hören stark komprimierter Digitalmusik führt zur Bevorzugung schlechterer Klangqualität. Jonathan Berger, Professor an der Universität von Stanford, hat mehrere Jahre das Hörverhalten seiner Studenten überprüft und ihnen MP3-Dateien mit unterschiedlicher Kompressionsrate vorgespielt.
Mit dem Ergebnis, dass die Hörer zunehmend Musik in der schlechteren Qualität bevorzugen. “Futurezone” zitiert den Wiener Musikwissenschaftler Emil Lubej, der vergleichbare Tests durchgeführt hat: “Über die Jahre muss ich feststellen, dass die Fähigkeit zur Differenzierung nachlässt. Die Leute hören im Internet MP3s in niedriger Qualität und gewöhnen sich daran, dadurch hören sie den Unterschied zum Original immer weniger.”
Hohe Kompressionsraten von 128 Kbit/s und mehr, die mitunter trotzdem noch als “Near-CD Quality” beworben werden, gelten unter Musikfreunden als zu niedrig. Dennoch sind sie im Internet allgegenwärtig, zum Beispiel hat YouTube lange Zeit keine bessere Audioqualität angeboten. Gerade in den Höhen zeigen sich dann unangenehme Begleittöne. Die Komplettversorgung mit MP3-Playern und der Dauerkonsum im Netz aber verdirbt das Gehör. Lubej: “Man sollte seine Ohren auch pflegen und auf sie aufpassen, damit sie solche Unterschiede weiter wahrnehmen können. Wenn man nicht so übersättigt ist, hört man bewusster zu. Nicht nur von der Klangqualität, sondern auch vom Inhalt.”

Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,683573,00.html