Mein neues Terminal: URXVT

2010-09-19 // Tags:

Mein Urlaub tut mir scheinbar nicht gut - auch wenn er nun wieder vorbei ist - : Ich verbringe zu viel Zeit damit, an meinem System zu spielen! Vor kurzem habe ich noch darüber geschrieben, dass ich einen passenden Terminal-Emulator in Sakura gefunden hätte. Nun muss ich dies schon wieder revidieren!

Eigentlich hat alles mit einer Trivialität angefangen: Jedes Mal, wenn ich einen neuen Tab in Sakura geöffnet habe, hat sich die größe des Hauptfensters verändert. Wenn ich mühevoll mehrere Konsolen auf meinem Desktop plaziert habe - ich habe ja keinen Tiling-Windowmanager, sondern Openbox - war meine Anordnung mit jedem neuen Tab hinfällig geworden.

Kurzum, ich habe wieder mal nach Alternativen geschaut! Und nach einigen Probieren bin ich dann wieder mal auf URXVT gestoßen. URXVT ist die Abkürzung für RXVT-Unicode und ist auch in einer 256-Farb-Variante verfügbar. Viele andere Terminal-Emulatoren verfügen nur über acht Farben.

Was mir nach dem ersten Rumspielen mehr zufällig aufgefallen ist: Mit URXVT funktionieren meine POS1, und ENDE-Tasten wieder in der ZSH. Mit Sakura war das Verhalten - trotz Anpassungen in der .zshrc - wie in VI, also unschön für die tägliche Arbeit mit dem Terminal! Ein deutlicher Pluspunkt für URXVT!

Ein weiteres Schmankerl, wenn auch nur optischer Natur, ist die enorme Anpassungsfähigkeit von URXVT in den Farbschemata! Durch die .Xdefaults kann man richtig Eyecandy in die Konsole zaubern und durch die 256 Farben sieht alles auch eine Nummer dezenter aus, als in Sakura oder dem LXTerminal!

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten! So hat mich anfangs etwas das Clipboard-Verhalten von URXVT irritiert. Damit meine Zwischenablage vom X-Server mit der meines Terminals synchronisiert wird, musste ich noch autocutsel installieren und mir in meinen Autostart legen. Nun klappt es auch mit dem Copy’n Paste (; Doch da ist direkt das nächste sonderbare an URVXT: Entgegen den gängigen Terminals von LXDE, KDE oder Gnome wird hier nicht mit STRG+SHIFT+V eingefügt, sondern mit SHIFT+EINF. Doch an diese kleine Eigenheit gewöhnt man sich im täglichen Gebrauch schnell. Eine weitere Besonderheit ist der Shortcut für einen neuen Tab - sofern man diese Option in der .Xdefault angegeben hat: Andere Terminals erzeugen mit STRG+SHIFT+T einen neuen Tab, URXVT will ein SHIFT+UNTEN. Der Wechsel zwischen den Tabs erfolgt mit SHIFT+LINKS oder SHIFT+RECHTS.

Wenn man häufig viele Terminals offen hat, erlaubt URXVT das Caching der Einstellungen. Dazu wird der Deamon urxvtd mit Parameter -fam besten im Autostart aufgerufen und schon sind die Konsolen auch immer zügig verfügbar!

So habe ich nun ein schönes, schlankes und schnelles Terminal gefunden, dass mich hoffentlich etwas länger begleitet, als seine Vorgänger auf meinem Rechner (: