Back to Ubuntu

2011-06-09 // Tags:

Endlich habe ich mir einen neuen Computer gekauft. Und einhergehend bin ich wieder zu Ubuntu zurückgekehrt.

Vor gar nicht all zu langer Zeit habe ich das Linux-Derivat aus dem Hause Canoncial auf meinem alten Rechner gegen Openbox als Window-Manager und schon konnte ich wieder halbwegs flüssig arbeiten.

Das schlanke Setup hatte aber auch seinen Preis. Zum Beispiel bleibt der Nutzerkomfort ein wenig auf der Strecke, wenn man USB-Medien immer erst über die Konsole mounten muss, und nicht praktischerweise automatisch eingebunden bekommt. Außerdem musste ich viel manuell in Config-Dateien rumspielen, nach Lösungen und How-Tos suchen und durfte mich öfter mit zerschossenen Xorg-Servern rumschlagen. Alles Probleme, die wohl auch in meiner antiquierten Hardware geschuldet waren. Als Benefit habe ich aber viel über die Funktionsweise von Linux gelernt.

Nun habe ich aber wieder zeitgemäße Hardware. Warum sollte ich an dieser Stelle noch auf ein wenig Komfort verzichten? Eine vollwertige Desktop-Umgebung ist in der Benutzerfreundlichkeit wesentlich angenehmer, als gestückelte Lösungen mit einem schlanken Window-Manager.

Die Gnome 2.x-Oberfläche ist veraltet. Mittlerweile setzen viele Distributionen auf den Nachfolger Gnome 3. Auch unter Arch Linux ist die Gnome-Shell der Standard-Desktop, wenn man “gnome” installiert. Natürlich habe ich mir dieses moderne Konzept angesehen. Viele gute Ideen liegen Gnome 3 zugrunde. Doch an einigen Stellen wirkt es noch nicht ausgereift.

Ubuntu kommt hier mit einer seiner berühmten Eigenlösungen ins Spiel, der Unity-Oberfläche. Ein polarisierendes Thema, das mindestens genau so viele Hasser, wie Sympathisanten hat. Ich muss gestehen: Ich bin erstaunlich positiv überrascht von Unity! Es verbindet interessante neue Ideen mit dem altbewährten Gnome-Desktop. Natürlich ist Unity auch noch nicht der Stein der Weisen, aber ist es aktuell vom Feeling her wesentlich brauchbarer, als die Gnome-Shell. Besonders gefällt mir die Platzoptimierung von Unity, die auf meinem alten 17” TFT noch einiges raus holt.

Leider ist Ubuntu mit seiner neuen Unity-Oberfläche selbst auf einer schnellen Kiste nicht unbedingt sehr flüssig. Da kann Canoncial sicher noch was nacharbeiten. Für einen ersten Release kann es dennoch überzeugen. Mit Ubuntu 11.10, wenn Gnome 3 offiziell für Ubuntu verfügbar ist, werde ich der Gnome-Shell aber auch noch mal eine Chance geben. Bis dahin wird sich diese Umgebung sicher noch was weiterentwickelt haben und eventuell sogar runder anfühlen. Das ist einer der schönen Vorteile von Linux: Man hat die Qual der Wahl für seine Desktop-Oberfläche!

Das Eyecandy um Unity war aber nicht der einzige Grund, der mich wieder zu Ubuntu gebracht hat. Ubuntu ist hip. Für viele eigentlich ein Grund, eine zu einer Distribution zu wechseln, die nicht ganz so Mainstream ist. Doch dass Ubuntu so angesagt ist, hat auch deutliche Vorteile. Alleine, dass es die Akzeptanz von Linux als Desktop-Betriebssystem steigert - und somit die vermehrte Bereitstellung von Software und Treibern fördert.

Zum anderen ist Ubuntu einfach darauf ausgelegt zu funktionieren. Andere Distributionen verweigern sich proprietärer Software, bieten einem nur auf umständlichen Weg z.B. MP3-Codex an. Unter Ubuntu gibt es Out-Of-The-Box-Unterstützung für diverse Codex, Grafik- und Drucker-Treiber. Man braucht sich als Anwender nicht mehr selber um jede Kleinigkeit zu kümmern - auch wenn dies für einige Linuxnutzer als Selbstzweck dient (;

Überraschender Weise war auf meinem neu gekauftem Rechner Ubuntu vorinstalliert. Zwar in Version 10.10, aber dafür, dass laut Spezifikation eigentlich nur ein FreeDOS dabei sein sollte, schon ziemlich nett.

Mit meiner Abkehr von Arch Linux gebe ich natürlich auch einiges an Freiheit auf. Zum Beispiel schnelle Distribution von neuen Software-Versionen. Oder auch die Rolling Release. Doch wenn ich mich dadurch weniger um die Administration meines Betriebssystems kümmern muss, mache ich gerne ein paar Einbußen. Und bin auch gerne weniger nerdy. Dafür kann ich mich voll und ganz auf meine eigentlichen Arbeiten konzentrieren.

Außerdem bleibt mit Arch Linux weiterhin als Betriebssystem auf meinem Netbook erhalten (;