Synology DS NoteStation

Notiz-Anwendungen habe ich immer wieder probiert. Angefangen von Desktop-Outlinern wie RedNoteBook, portablen Wiki-Systemen wie TiddlyWiki, Cloud-basierte Lösungen wie Simplenote (das erst kürzlich Open-Source wurde), OwnCloud/NextCloud Notes, Google Keep, später mal Microsoft OneNote und natürlich den Platzhirschen Evernote. Doch immer wieder bin ich zurück zu den schlichten, einfachen Plain-Text-Dateien gekommen. Formatiert in Markdown, synchronisiert über Dropbox oder später OwnCloud/NextCloud, sind die Daten eigentlich überall lesbar. Bei NextCloud Notes direkt über den Browser oder über die entsprechende App, daheim schnell mit less, vi oder gedit.

Nun ist das Wetter wieder etwas besser, dass man auch mal draußen arbeiten kann. Doch habe ich auch nicht immer Lust, mein Arbeits-Laptop mitzunehmen. Für das Tablett fehlt mir eine Bluetooth-Tastatur, was schreiben eher unangenehm macht. Aber ich habe hier noch ein Chromebook, was ich mir irgendwann mal für einen Urlaub gekauft hatte, und seither eigentlich nur für diesen Anwendungszweck hier in der Ecke rumsteht. Warum soll das Gerät nicht auch zum Schreiben im Park oder auf der Dachterrasse genutzt werden?

Nun, Chromebooks haben den Nachteil, dass sie ohne Internetverbindung eher wenig können. Bleiben nur zwei Möglichkeiten: Tethering über das Smartphone – was bei meinem Datentarif eher suboptimal wäre – oder mal nach Crome-Apps schauen, die auch offline funktionieren. Für Notizen bin ich da schnell auf die Synology Note Station App gestoßen. Und da ich eh seit kurzem eine DS416play im Wohnzimmer stehen habe, habe ich mir dieses kleine Mikrouniversum mal genauer angeschaut…

Zunächst musste ich die Anwendung auf dem NAS installieren und Berechtigungen an die Benutzer vergeben, damit ich überhaupt darauf zugreifen kann. Anschließend war das einrichten der Chrome-App genau so ein Kinderspiel, wie bei der Android-App: QuickConnect-ID angeben, Benutzer und Passwort und schon konnte ich Notizen erstellen. In der Chrome-App läuft alles auch offline und synchronisiert sich, sobald ein Internet-Zugang wieder vorhanden ist.

In der Note Station kann man Notizbücher und Aufgabenlisten anlegen. Letzteres habe ich mir noch nicht genau angeschaut, weil ich zum Aufgabenmanagement nach diversen digitalen Versuchen immer noch auf mein Bullet Journal schwöre. Die gemeinsam mit der Ehefrau gepflegte Einkaufsliste ist nach wie vor bei TickTick.

Bei den Notizbüchern kann man auch kollaborativ mit anderen NAS-Benutzern in geteilten Notizen arbeiten oder verschlüsselte Notizen für sensible Informationen anlegen.

Die Notizen selber werden zunächst einem Datum zugeordnet und können mit einer Überschrift versehen werden. Innerhalb der Notizen kann man mannigfaltige Formatierungen durchführen, Audio-, Bild- oder Dateianhänge hinzufügen, Tabellen oder Diagramme erstellen und und und. Zur besseren Organisation, kann man eine Notiz zusätzlich verschlagworten und durchsuchen.

Direkt nach der Installation von Note Station auf dem NAS hat mich der DiskStation Manager (DSM) darauf hingewiesen, dass es auch eine Chrome-Erweiterung gibt: Den Synology Web Clipper. Dieser Clipper funktioniert ähnlich wie der von Evernote, erlaubt das Erfassen von vereinfachtem oder vollständigen Text, einem kompletten oder ausgewählten Screenshot der aktuellen Webseite. Dazu wieder Verschlagwortung und ein Kommentar und schon kann man die Note Station als Ersatz für Pocket, Wallabag oder Instapaper verwenden.

Aktuell bin ich mehr als positiv angetan von Note Station. Ob ich das Werkzeug auf lange Sicht verwenden werde, vielleicht wirklich auch Pocket dadurch ersetze, oder ob ich es in ein paar Wochen genau so abschaffe, wie ich es mit Keep, Simplenote oder Evernote gemacht habe, wird sich erst später zeigen.

Leider gibt es keine native Anwendung für Linux. Darum musste ich mir eine Verknüpfung zur Chrome-App anlegen, über die ich auf die Notizen zugreife. Der Umweg über den DSM ist mir etwas zu sperrig. Doch mit diesem kleinen Nachteil kann ich gut leben.