Heimnetzwerk-Optimierung: Aus zwei NAS mach eins

2016-10-08 // Tags:

Die Tage ist mein Heimnetzwerk etwas kollabiert. Aus irgendeinem Grund funktionierte das bisherige Setup nicht mehr. Zuvor hingen Fernseher und meine beiden NAS an unserer Fritzbox, diese wiederum an der O2 Homebox 2. Von jetzt auf gleich hatte ich aber von extern keinen Zugriff mehr auf unsere Synology NAS und der Fernseher wollte von der Fritzbox weder eine IP zugewiesen bekommen, noch konnte ich mit ihm ins Internet. Also alles neu: Fritzbox raus, Synology und Fernseher direkt an die Homebox 2 angeschlossen. Da diese aber nur zwei LAN-Ports hat, und mein alter Switch zu allem Überfluss auch das zeitliche gesegnet hat, musste unser Backup-NAS erstmal ohne Anbindung an unser Netzwerk bleiben. Nun stand ich vor der Wahl: Einen neuen Gigabit-Switch kaufen oder etwas komplett anderes machen?

Warum muss ich für Backups überhaupt ein dediziertes NAS haben? Das Gerät frisst eigentlich nur unnötig Strom. Dazu bietet es für Deja-Dup (Backup unter Linux) nur die Anbindung per FTP. Gefällt mir irgendwie nicht. Die Synology DS416play bietet dagegen native Backup-Software. Sowohl für Linux, wie auch Windows. Gerade von letzterem habe ich absolut keine Ahnung, will aber dennoch eine Datensicherung für das Laptop meiner Frau haben. Warum also nicht auf diese Möglichkeit zurückgreifen?

Nun, eigentlich will ich auch eine feste Trennung zwischen Backup und Nutzdaten, wie sie aktuell auf der Synology abgelegt sind. Doch zwei Festplatteneinschübe habe ich ja noch frei. Und in der alten, aktuell ungenutzten NAS sind zwei 2TB Festplatten, die dank mangelnder Netzwerkkonnektivität aktuell eh nicht genutzt werden, und ursprünglich dediziert für das Backup vorgesehen waren…

Also: Die beiden Platten aus dem alten NAS ausbauen und in die freien Slots der Synology rein.

How-To

Der Aus- und Einbau der Festplatten geht ja kinderleicht. Da muss ich wohl nicht viel zu sagen. Spannender wird da eher das Einrichten des neuen Volumes.

Nachdem die DS426play mit den neuen Platten hochgefahren war, habe ich die DSM-Oberfläche als Admin aufgerufen. Im „Speichermanager“ unter dem Reiter „Volume“ dann auf „Erstellen“ geklickt, die beiden neuen Festplatten 3 und 4 ausgewählt und mehr oder minder dem Assistenten mit den Vorgabewerten gefolgt.

Achtung: Die Festplatten werden dabei formatiert und komplett gelöscht!

Die RAID-Bereinigung braucht anschließend ein wenig Zeit. Doch derweil diese Prüfung läuft, kann man schon mal mit den nächsten Schritten weitermachen.

Unter „Systemsteuerung“, „Gemeinsame Ordner“ erstellt man nun ein neues Verzeichnis. Der Name und die Beschreibung ist frei wählbar, in meinem Fall war dies „Backup“. Als Ort wählt man das neu erstellte „Volume 2“. Anschließend gibt man entsprechende Berechtigungen an die Benutzer (Lesen/Schreiben) und ist hier erstmal fertig.

Nun wählt man über das Hauptmenü den „Cloud Station Server“ aus. Dort findet man unter „Einstellungen“ das Menü „Synchronisierungseinstellungen“. Hier wird der neu erstellte gemeinsame Ordner „Backup“ ausgewählt und über das Menü aktiviert. Die Einstellungen sind im Standard eigentlich okay.

Im Benutzerkontext kann man nun über den die DSM-Oberfläche unter dem Punkt „Cloud Station Server“ im „Überblick“ die „Cloud Station Backup“-Software runterladen und installieren.

Nach der Installation gibt man erstmal die Konnektiviätsdaten zur NAS an. Anschließend kann man auswählen, was lokal gesichert werden soll und kann über das Sicherungsziel neben der „CloudStation“ (was im /home/-Ordner der Volume 1 liegt) den neuen Ordner „Backup“ auf Volume 2 auswählen. Anschließend werden die Daten auch schon gesichert.

tl;dr

Die Einrichtung einer zusätzlichen, dedizierten Volume ist auf Synology-NAS echt ziemlich einfach. Die Backup-Software ist simpel und einfach. Aber für den privaten Gebrauch durchaus ausreichend.
Ich habe durch diese Lösung mein Heimnetzwerk ordentlich verkleinert. Kein zusätzlicher Router oder Switch, kein zweites NAS, das Strom verbraucht, nur noch eine zentrale Datenhalde für Nutzdaten, private Cloud und Backup. Nach dem bisherigen Technikfrust, bin ich gerade echt zufrieden.