Lollypop - ein moderner GTK Musik-Player

2017-04-21 // Tags:

Seien wir ehrlich: Wenn es unter Linux eines mehr als genug gibt, dann sind es Musik-Player. Dennoch gibt es regelmäßig neue, die um die Gunst der Benutzer buhlen.

Wer die Gnome-Shell einsetzt, dem aber Rythmbox zu altbacken ist und Gnome Music zu wenig Einstellungsmöglichkeiten bietet, findet in Lollypop einen schicken und modernen Player.

Unter Fedora kann man Lollypop einfach über die Repositories installieren. Bei Ubuntu ist meines Wissens nach ein PPA notwendig.

Standardmäßig wird die Musik natürlich unter ~/Musik gesucht. Doch den Pfad zur Sammlung kann man in den Einstellungen frei wählen und auch unterschiedliche Verzeichnisse als Quellen angeben.

Ebenso kann man einstellen, ob man ein dunkles Theme verwenden mag, ob die Sammlung nach Genres oder Künstlern aufgelistet werden soll, ob man Compilations in der Übersicht sehen will und wie Alben sortiert werden. Selbst ein paar Optionen für Internet-Dienste sind vorhanden. Über das zusätzliche Tool youtube-dl kann man auf Spotify oder iTunes suchen, nativ bei Last.fm scrobbeln oder wenn man einen API-Key generieren lässt, über Google nach Bildern für Künstler oder Cover suchen.

Die Oberfläche ist simpel aufgebaut. Links gibt es eine Seitenleiste, die oben Schnellfilter konfiguriert hat und unten entweder Genres oder Künstler anzeigt, je nach eigenen Einstellungen.

Lollypop

Ob solche Filter wie “Beliebte Alben”, “Lieblingsalben” oder “kürzlich hinzugefügte Alben” so prominent angezeigt werden müssen, muss jeder selber wissen. “Zufällige Alben” eignet sich sicherlich für unentschlossene, die einfach mal random durch ihre Sammlung stöbern wollen. “Charts” und “Stationen” sind für Leute, die Musik aus dem Internet konsumieren oder sich von iTunes, Spotify oder Last.fm inspirieren lassen wollen.

Interessanter sind da sicherlich eher die automatisch oder manuell erstellten “Wiedergabelisten”. Beliebte Titel können nach Sternbewertung oder Favoriten-Herzchen ausgewählt werden.

Unter den Punkten “Alle Künstler” und “Kompilationen” findet man dann die eigentlichen Alben, sortiert nach Einstellung. Angezeigt werden die Alben schön mit Cover- oder Künstler-Bild, das man natürlich auch ändern kann.

Die Lieder zu einem Album werden nach einem Klick auf das Cover als Flyout angezeigt. Dort erlaubt ein kleiner Pfeil auch weitere Optionen zu einem Song. Ein Rechtsklick auf ein Cover bietet Optionen für das ganz Album.

Meta-Tags werden nicht in Lollypop selber bearbeitet, sondern das entsprechende Verzeichnis wird über das externe Programm EasyTag aufgerufen.

Im ersten Eindruck ist Lollypop sehr modern und aufgeräumt aus. Für mich definitiv eine gute Alternative zum etwas angestaubten Rhythmbox oder aufgeblähten Banshee. Und natürlich erst recht zum beschnittenen Gnome Music.